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<rss xmlns:dc="http://purl.org/dc/elements/1.1/" version="2.0"><channel><atom:link rel="hub" href="http://tumblr.superfeedr.com/" xmlns:atom="http://www.w3.org/2005/Atom"/><description>Sammlung bunter Gedanken zum grauen Alltag von Farben. Dieser linguistische Regenbogen unnützen Wissens ist Marcs therapeutische Maßnahme, um seine Xanthophobie zu überwinden und vielleicht irgendwann besser mit den Farbschwächen seines Umfeldes umgehen zu können. — Marc ist Sprachwissenschaftler, Zoodirektor von marcsbitzoo.de, hat ein Profil, zeichnet Icons und macht was mit Medien, auch mit neuen.</description><title>Xanthophobie und andere Farbschwächen</title><generator>Tumblr (3.0; @xanthophobie)</generator><link>http://xanthophobie.tumblr.com/</link><item><title>Color Uncovered</title><description>&lt;a href="http://itunes.apple.com/de/app/color-uncovered/id470299591?mt=8"&gt;Color Uncovered&lt;/a&gt;: &lt;p&gt;»Explore the surprising side of color with Color Uncovered, an interactive book that features fascinating illusions, articles, and videos developed by the Exploratorium.«&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;Das ist wirklich mal ein schönes Spielzeug. Quasi in Magazinform lassen sich Farben und Farbeffekte erfahren und erforschen. Für schwere Fälle von Neugier und Faszination geeignet.&lt;/p&gt;
&lt;p class="figure"&gt;&lt;img src="http://a3.mzstatic.com/us/r1000/065/Purple/72/85/9a/mzl.laqgehww.480x480-75.jpg"/&gt;&lt;span&gt;Nur eines von vielen schönen Experimenten&lt;/span&gt;&lt;/p&gt;</description><link>http://xanthophobie.tumblr.com/post/12608514439</link><guid>http://xanthophobie.tumblr.com/post/12608514439</guid><pubDate>Thu, 10 Nov 2011 21:27:54 +0100</pubDate></item><item><title>Farbquartett</title><description>&lt;p&gt;&lt;span&gt;
&lt;p&gt;Gleich zwei dieser Machwerke in knalligem Grundfarben-Quartett aus rot, grün, gelb und blau begrüßen mich jeden Morgen im Büro: eines schon beim Booten des Rechners und das andere nach dem Start des Browsers. Gemeint sind jene bunten Logos, in denen die vier Primärfarben in doppelten Komplementärpaaren mehr oder weniger uninspiriert nebeneinander gestellt sind. Die Farbtheorie nennt dieses Gestaltungsprinzip tetradisch; ich nenne es tragisch. Oder zumindest traurig. Vor allem, da immer wieder die selben Farben des Farbkreises bemüht werden.&lt;/p&gt;
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&lt;p class="figure"&gt;&lt;img alt="Aktuelle Logos, die sich alle dieselbe Farbpalette teilen" src="http://media.tumblr.com/tumblr_lm4dstvaCx1qzfjde.jpg"/&gt;&lt;span&gt;Aktuelle Logos, die sich alle dieselbe Farbpalette teilen.&lt;/span&gt;&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;Die Großen machen es vor, und es drängt sich der Verdacht geradezu auf, dass hier die B- bis F-Promis unter den Logos die Anlehnung an die Großen ganz bewusst einsetzen. Man will Kompatibilität demonstrieren, und das über Geschmacksgrenzen hinweg.&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;Ich fühle mich immer etwas an die Regenbogen-Logos der 1980er erinnert, quasi Nachwehen der flowergepowerten 1970er. Regenbögen waren überall in meiner Kindheit: Die Hersteller von Spielen, TV-Spielkonsolen und Homecomputern haben es seinerzeit bunt getrieben — in einer Zeit, als die Anzahl der darstellbaren Farben noch ein echtes Verkaufsargument war.&lt;/p&gt;
&lt;p class="figure"&gt;&lt;img src="http://media.tumblr.com/tumblr_lm2qocv9qv1qzfjde.jpg" alt="Somewhere over the rainbow"/&gt;&lt;span&gt;Somewhere over the rainbow…&lt;/span&gt;&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;Wenn die Regenbogen-Logos in den 1990ern langsam verschwinden, wird gleichzeitig offenbar der Grundstein für die Vierfarblogos gelegt. Gleich zu Beginn des Jahrzehnts ganz vorn dabei: Microsoft Windows 3 und das Nintendo Super Famicom. Sony macht mit, entscheidet sich aber für eine subtile Variation des Standardfarben-Sets.&lt;/p&gt;
&lt;p class="figure"&gt;&lt;img src="http://media.tumblr.com/tumblr_lm2qrtLH531qzfjde.jpg" alt="Microsoft Windows 3, Nintendo Super Famicom und Sony Playstation"/&gt;&lt;span&gt;Microsoft Windows 3, Nintendo Super Famicom und Sony Playstation (von links nach rechts)&lt;/span&gt;&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;Google tritt diesem Kreis 1997 bei. Ebenfalls mit einem waschechten Gelb im o. Erst vor relativ kurzer Zeit wurde es zu einem dezenten Orange abgemildert.&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;Es ist an sich schon erstaunlich, wie sich diese Farbkombination über Jahrzehnte hinweg, und allen Trends zum Trotz, halten kann und immer wieder von Designern bemüht wird.&lt;/p&gt;
&lt;/span&gt;&lt;/p&gt;</description><link>http://xanthophobie.tumblr.com/post/9115742829</link><guid>http://xanthophobie.tumblr.com/post/9115742829</guid><pubDate>Wed, 01 Jun 2011 09:28:00 +0200</pubDate><category>Rot</category><category>Blau</category><category>Gelb</category><category>Grün</category><category>Logo</category><category>Quartett</category></item><item><title>Politisch engagierte Farben</title><description>&lt;p&gt;&lt;span&gt; &lt;/span&gt;&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;Rot, schwarz, gelb und grün, das sind die Primärfarben der Politik in Deutschland. Sie symbolisieren Werte und Weltanschauungen der Parteien. Anders als gewöhnliche Farben lassen sich Parteifarben nicht zu neuen Farbtönen mischen. Sie behalten ihre Schattierung auch in schwarz-gelben Bündnissen, Jamaika- und Ampelkoalitionen. Sie bleiben sich quasi selbst treu und helfen, ob in Diagrammen oder verbalen Äußerungen, Übersicht in einem ansonsten komplexen System zu bewahren — und dabei bieten sie weit mehr Verlässlichkeit als die sich mit ihnen schmückenden Akteure.&lt;/p&gt;
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&lt;p&gt;Farbkennzeichnungen von Gruppierungen sind nicht neu. In der Geschichte sind Farben immer wieder Erkennungszeichen von Eliten wie auch von Geächteten gewesen. Herrscher, Revoluzzer, Außenseiter. Einige Pigmente waren in ihrer Karriere auch in allen drei Gebieten erfolgreich.&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;Rot hat in diesem Zusammenhang die längste und auch abwechslungsreichste Geschichte hinter sich. Als Farbe der römischen Kaiser und später der Könige und Fürsten in Europa ist es lange Zeit die Herrschaftsfarbe schlechthin. Gut möglich, dass Papa Schlumpf quasi als Fürst unter den Schlümpfen nicht zuletzt deswegen eine rote Kappe und rote Hosen trägt. Interessantes Detail am Rande: der später dazu gestoßene Opa Schlumpf ist gelb gekleidet — in China die göttliche Farbe und Symbol des Kaisers.&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;Im 19. Jahrhundert wird rot die Farbe der bürgerlichen Aufstände. In dieser Zeit wird es als Symbol der Arbeiterbewegung verstanden und schließlich von sozialdemokratisch, sozialistisch und kommunistisch ausgerichteten Parteien als Farbe verwendet. In Deutschland ist es vor allem die Farbe der SPD. – Gedankennotiz: Vielleicht ist Papa Schlumpf außerdem auch Kommunist und Führer einer kleinen klassenlosen, in Gütergemeinschaft und ohne Geld lebenden Gesellschaft.&lt;/p&gt;
&lt;p class="figure"&gt;&lt;img src="http://media.tumblr.com/tumblr_ll3cyy7Kq31qzfjde.jpg" alt="Papa Schlumpf  Fürst oder Kommunist?"/&gt;&lt;span&gt;Zeichnet Papa Schlumpfs rote Kluft ihn als Fürst oder Kommunist aus? Sein Bart ist dem von Marx jedenfalls nicht unähnlich… (Les Schtroumpfs, Peyo)&lt;/span&gt;&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;Schwarz hat ebenfalls eine lange Tradition. In der christlichen Welt ist es die Farbe der Frömmigkeit, historisch bedingt durch schwarze Priestergewänder. Es ist die Farbe des Katholizismus und später der Reformation. Im deutschsprachigen Raum wird schwarz mit den konservativen Parteien assoziiert und repräsentiert in Deutschland CDU und CSU. — In den USA werden die konservativen Republikaner übrigens mit rot identifiziert. In Großbritannien ist blau die Farbe der Konservativen. Ein Indiz dafür, dass sich die politischen Regenbögen der verschiedenen Kulturkreise mitunter stark unterscheiden.&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;&lt;a href="http://xanthophobie.tumblr.com/post/9115224188/die-farbe-des-gelbes" target="_blank"&gt;Gelb&lt;/a&gt; ist im europäischen Kulturraum traditionell eher negativ belegt. Die „Farbe der Verräter“ findet seit dem Mittelalter bis zum Ende des 3. Reiches immer wieder Verwendung zur Kennzeichnung diverser geächteter Randgruppen. Vor diesem Hintergrund ist es ungewöhnlich, dass gelb in Deutschland die Farbe der Liberalen geworden ist (und, dass noch nicht mehr ihrer politischen Gegner das für ihre Argumentation verwendet haben). Außerhalb Deutschlands treten die Liberalen häufig in blau auf, das, obwohl Lieblingsfarbe der Deutschen, hierzulande gar nicht als primäre Parteifarbe verwendet wird.&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;&lt;a href="http://xanthophobie.tumblr.com/post/9115348031/blaues-wunder" target="_blank"&gt;Blau&lt;/a&gt; ist beispielsweise auch in Ungarn die Farbe der Liberalen. Die Konservativen identifizieren sich dort mit orange. Es ist interessant, dass auch die CDU in Deutschland in den vergangenen Jahren orange für sich entdeckt hat und verstärkt als Akzentfarbe verwendet. Die FDP soll es ebenfalls mit orange probiert haben, bevor sie zum Gelb gefunden hat. Diese &lt;a href="http://xanthophobie.tumblr.com/post/9115293575/fruchtfarben" target="_blank"&gt;Fruchtfarbe&lt;/a&gt; scheint politisch also im Trend zu liegen. — Orange ist übrigens nach braun eine der unbeliebtesten Farben der Deutschen. Aber wer sagt, dass sich Parteifarben am Geschmack der Mehrheit orientieren müssen?&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;Grün steht — in Anlehnung an Chlorophyll, den Erfolgsfarbstoff der Natur — für alles, was mit der Natur im Einklang ist; oder sich dafür hält. Grün ist sozialverträglich und biologisch abbaubar sowie nachhaltig und gesund. Die Farbe ist Sinnbild für Natur und Umweltschutz. Nach dem Vorbild von Greenpeace ist grün die Farbe von Bündnis 90/Die Grünen — und auch ihr Namensgeber. Damit ist es wohl die naheligendste aller Parteifarben.&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;Wenn nur alles in der Politik so nachvollziehbar wäre, wie die Parteifarben.&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;Wegweiser durch den Regenbogen der Parteifarben:&lt;/p&gt;
&lt;ul&gt;&lt;li&gt;Schüler, Bernd. 2006. Farben als Wegweiser in der Politik. Bundeszentrale für politische Bildung. &lt;a href="http://www.bpb.de/publikationen/MOYAJC,0,Farben_als_Wegweiser_in_der_Politik.html" target="_blank"&gt;http://www.bpb.de/publikationen/MOYAJC,0,Farben_als_Wegweiser_in_der_Politik.html&lt;/a&gt;&lt;/li&gt;
&lt;li&gt;Beliebteste und unbeliebteste Farben. &lt;a href="http://www.metacolor.de/farben/lieblingsfarben.htm" target="_blank"&gt;http://www.metacolor.de/farben/lieblingsfarben.htm&lt;/a&gt;&lt;/li&gt;
&lt;/ul&gt;</description><link>http://xanthophobie.tumblr.com/post/9115725033</link><guid>http://xanthophobie.tumblr.com/post/9115725033</guid><pubDate>Thu, 12 May 2011 20:37:00 +0200</pubDate><category>Gelb</category><category>Grün</category><category>Rot</category><category>Parteifarben</category><category>Schwarz</category></item><item><title>Fantasiefarben</title><description>&lt;p&gt;&lt;span&gt;
&lt;p&gt;Manchmal ist der Regenbogen nicht genug. — Auch wenn der Wortschatz sicher mehr Farbtöne benennen kann als es unterscheidbare Frequenzen im Spektrum des sichtbaren Lichts gibt, bemühen Autoren hin und wieder fiktive Farben, um das ganz Besondere zu kolorieren.&lt;/p&gt;
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&lt;p class="figure"&gt;&lt;img alt="Bloo, Fosters Haus der Fantasiefreunde (Cartoon Network)" src="http://media.tumblr.com/tumblr_lk7kkcK7Ht1qzfjde.jpg"/&gt;&lt;span&gt;Bloo, Fosters Haus der Fantasiefreunde (Cartoon Network)&lt;/span&gt;&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;Der Hitchhiker’s Guide to the Galaxy von Douglas Adams kennt Hooloovoo, eine superintelligente Nuance der Farbe blau.&lt;/p&gt;
&lt;blockquote&gt;Here and there were a few reptiloid atomineers, two or three green sylphlike maximegalaticins, an octopodic physucturalist or two and a Hooloovoo (a Hooloovoo is a superintelligent shade of the color blue). All except the Hooloovoo were resplendant in their multicolored ceremonial lab coats; the Hooloovoo had been temporarily refracted into a free-standing prism for the occasion.&lt;/blockquote&gt;
&lt;p&gt;Terry Pratchett strapaziert in The Colour of Magic den Regenbogen mit Octarine, annäherungsweise als leuchtendes grünlich-violett beschrieben. Octarine ist die Farbe der Magie im Discworld Multiversum. Sie kann nur von Zauberern, Hexen und von Katzen gesehen werden, heißt es.&lt;/p&gt;
&lt;blockquote&gt;It was octarine, the colour of magic. It was alive and glowing and vibrant and it was the undisputed pigment of the imagination, because wherever it appeared it was a sign that mere matter was a servant of the powers of the magical mind. It was enchantment itself. But Rincewind always thought it looked a sort of greenish-purple.&lt;/blockquote&gt;
&lt;p&gt;In dem Science Fiction Roman The Stars My Destination (1956) von Alfred Bester verfügt Olivia über einen veränderten Sehsinn und kann daher die Farben tang und burn im Infrarotspektrum des Lichts sehen. In Kapitel 11 sagt sie:&lt;/p&gt;
&lt;blockquote&gt;Oh, you see so little with your eyes. See what I see! There’s a dome in the sky, a rainbow dome. The colors run from deep tang to brilliant burn. That’s what I’ve named the colors I see. What would that dome be?&lt;/blockquote&gt;
&lt;p&gt;So wie gewöhnliche Farben als Zeichen für reif, sauer oder giftig stehen können, assoziiert der buchstäbliche Anstrich mit einer Fantasiefarbe an sich schon Besonderheit und besondere Eigenschaften; sogar ohne, dass die Farbe selbst erklärt werden müsste. Und weil Fantasiefarben eben, mehr noch als normale Farben, Kopfsache sind, kommen sogar Menschen mit üblichen Farbschwächen in ihren Genuss.&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;Einzige Voraussetzung: viel Fantasie.&lt;/p&gt;
&lt;/span&gt;&lt;/p&gt;</description><link>http://xanthophobie.tumblr.com/post/9115710282</link><guid>http://xanthophobie.tumblr.com/post/9115710282</guid><pubDate>Mon, 25 Apr 2011 18:12:00 +0200</pubDate><category>Burn</category><category>Tang</category><category>Hooloovoo</category><category>Octarine</category><category>Fantasiefarben</category></item><item><title>Farben verkaufen</title><description>&lt;a href="http://blog.kissmetrics.com/color-psychology/?wide=1"&gt;Farben verkaufen&lt;/a&gt;</description><link>http://xanthophobie.tumblr.com/post/9115691208</link><guid>http://xanthophobie.tumblr.com/post/9115691208</guid><pubDate>Wed, 20 Apr 2011 21:54:00 +0200</pubDate></item><item><title>"Frühling läßt sein blaues Band
Wieder flattern durch die Lüfte…"</title><description>“Frühling läßt sein blaues Band&lt;br/&gt;
Wieder flattern durch die Lüfte…”&lt;br/&gt;&lt;br/&gt; - &lt;em&gt;&lt;p&gt;&lt;span&gt;
&lt;p&gt;Eduard Mörike&lt;/p&gt;
&lt;/span&gt;&lt;/p&gt;&lt;/em&gt;</description><link>http://xanthophobie.tumblr.com/post/9115356124</link><guid>http://xanthophobie.tumblr.com/post/9115356124</guid><pubDate>Sun, 03 Apr 2011 22:27:00 +0200</pubDate></item><item><title>Blaues Wunder</title><description>&lt;p&gt;&lt;span&gt;
&lt;p&gt;Welche Farbe sollte ein Designer für ein iOS App Icon verwenden, damit es aus der Masse auf dem Home Screen des Nutzers hervorsticht? Jedenfalls nicht blau.&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;Was Jeremiah Cohick bereits 2009 in seinem Blog festgestellt hat (&lt;a href="http://jeremiahlee.com/blog/2009/10/05/picking-an-iphone-app-icon-color/" target="_blank"&gt;Picking an iPhone App Icon Color&lt;/a&gt;), ist auch noch heute zutreffend; und auch auf meinem Home Screen sind die meisten App Icons in Blautönen gehalten. Aber sind Designer und Entwickler wirklich so phantasielos? Vermutlich liegen die Gründe für dieses Blaue Wunder viel tiefer.&lt;/p&gt;
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&lt;p class="figure"&gt;&lt;img src="http://media.tumblr.com/tumblr_lixr163Edk1qzfjde.jpg" alt="Die Hälfte aller iOS App Icons sind blau oder schwarz (teqnolog)"/&gt;&lt;span&gt; Die Hälfte aller iOS App Icons sind blau oder schwarz (&lt;a href="http://teqnolog.wordpress.com/2010/05/19/half-of-all-iphone-apps-are-either-blue-or-black/" target="_blank"&gt;teqnolog&lt;/a&gt;)&lt;/span&gt;&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;Apple selbst gibt mit blau auf iOS den Farbton an. Nicht nur, dass viele Apple-eigene Apps, wie Safari, App Store, und Mail blau sind, es ist auch Akzentfarbe der UI-Elemente, wie schon bei der Aqua Oberfläche von Mac OS X.&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;Blau ist präsent. Es leuchtet, ist aber nicht so dominant wie rot. Es ist ein Widerspruch aus Reiz und Ruhe, sagt Goethe treffend. Außerdem wird es über kulturelle Grenzen hinweg recht ähnlich wahrgenommen und hat überwiegend positive Konnotationen. Blau ist die Farbe des klaren Himmels bei Sonnenschein und wird mit Wasser und dem Meer in Verbindung gebracht. Blau ist symbolisch. Es steht für Glück und Optimismus, für Ruhe und Unendlichkeit. Blau wirkt seriös und schafft Vertrauen.&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;Blau ist beliebt. Umfragen und Untersuchungen zeigen, dass blau mit Abstand die beliebteste Farbe ist, sowohl bei Männern als auch bei Frauen (vgl. &lt;a href="http://blog.kissmetrics.com/gender-and-color/" target="_blank"&gt;KISSmetrics&lt;/a&gt;oder &lt;a href="http://www.metacolor.de/farben/lieblingsfarben.htm" target="_blank"&gt;metacolor.de&lt;/a&gt;).&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;Blau ist Kultur. Ein Großteil aller Nationalflaggen enthält blau. Blaublütig ist der Adel. Blauäugig sind die Ahnungslosen und Naiven. In der westlichen Hemisphäre symbolisiert blau das männliche Geschlecht, im Gegensatz zu pink für das weibliche. Dank der Alten Griechen, die blau mit Regen und Sturm in Verbindung gebracht haben, kann man sich in England heute blau fühlen, wenn man deprimiert ist. In der Tradition der Blaufärberei und deren Einsatz von Urin, der nach dem Genuss von Alkohol vermehrt im Körper produziert wird, kann man in Deutschland blau werden, wenn man sich betrinkt. — Und alle haben wir es den Franzosen mit ihrer Redewendung zu verdanken, wenn wir in der Morgendämmerung die Blaue Stunde genießen. Richtig negativ ist eigentlich nur der Blaue Brief.&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;Blau ist Unternehmenskultur. Unternehmen haben blau schon lange als Farbe für ihre Marken und Logos entdeckt, und das quer durch alle Branchen. Adobe Photoshop, Deutsche Bank, Volksbank, Allianz, R+V Versicherung, O2, at&amp;amp;t, VW, Ford und der FC Schalke 04 sind nur einige wenige Beispiele. Bekannte Social Networks und Services sind blau, wie Facebook, Twitter, Skype oder etwa Shazam. Weil nun die meisten App Icons einfach nur Logos im Quadrat sind, müssen sie schon allein deshalb blau sein.&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;Blau ist überall, zieht sich durch unsere Kulturen und ist Bestandteil zahlloser Redewendungen. Nicht zuletzt vereint uns alle der Blaue Planet, auf dem wir leben. — Da passt doch ein blauer Home Screen eigentlich recht gut ins Bild.&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;Zum Einbläuen:&lt;/p&gt;
&lt;ul&gt;&lt;li&gt;Goethe, Farbenlehre: Blau — &lt;a href="http://www.textlog.de/6811.html" target="_blank"&gt;http://www.textlog.de/6811.html&lt;/a&gt;&lt;/li&gt;
&lt;li&gt;Wikipedia: Blau — &lt;a href="http://en.wikipedia.org/wiki/Blue" target="_blank"&gt;http://en.wikipedia.org/wiki/Blue&lt;/a&gt;&lt;/li&gt;
&lt;li&gt;KISSmetrics Blog: Gender and Color — &lt;a href="http://blog.kissmetrics.com/gender-and-color/" target="_blank"&gt;http://blog.kissmetrics.com/gender-and-color/&lt;/a&gt;&lt;/li&gt;
&lt;li&gt;Metacolor: Lieblingsfarben — &lt;a href="http://www.metacolor.de/farben/lieblingsfarben.htm" target="_blank"&gt;http://www.metacolor.de/farben/lieblingsfarben.htm&lt;/a&gt;&lt;/li&gt;
&lt;/ul&gt;&lt;/span&gt;&lt;/p&gt;</description><link>http://xanthophobie.tumblr.com/post/9115348031</link><guid>http://xanthophobie.tumblr.com/post/9115348031</guid><pubDate>Fri, 01 Apr 2011 07:52:00 +0200</pubDate><category>Apps</category><category>Blau</category><category>Farbe</category><category>Icons</category><category>iOS</category></item><item><title>Das farbschwache Geschlecht</title><description>&lt;p&gt;&lt;span&gt; &lt;/span&gt;&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;Nachdem ich gerade das Thema &lt;a title="Fruchtfarben" target="_self" href="http://xanthophobie.tumblr.com/post/9115293575/fruchtfarben"&gt;Fruchtfarben&lt;/a&gt; hatte, bin ich im KISSmetrics Blog auf eine interessante Infografik gestoßen.&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;Männer sind eh schon häufiger von Farbenblindheit betroffen als Frauen, da sie über nur ein X Chromosom verfügen, auf dem eben viele der für das Farbensehen wichtigen Gene liegen. Zusätzlich leiden Männer allerdings scheinbar auch noch an einer Ausdrucksschwäche, wenn es um die Benennung von Farben geht.&lt;/p&gt;
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&lt;p class="figure"&gt;&lt;img src="http://media.tumblr.com/tumblr_liavb458LP1qzfjde.jpg" alt="Farben benennen KISSmetrics Infografik"/&gt;&lt;span&gt;Farbbenennungen von Männern und Frauen, aus &lt;a href="http://blog.kissmetrics.com/gender-and-color/" target="_blank"&gt;KISSmetrics&lt;/a&gt;&lt;/span&gt;&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;Während Frauen sich eloquent des gesamten Fruchtfarben-Spektrums (und darüber hinaus) bedienen, stammeln die befragten Männer vorwiegend in Primärfarben.&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;Ich muss gestehen, dass ich selbst ebenfalls durchaus mehr Farben erkennen als benennen kann. Zumindest die &lt;a title="W3C CSS Basic Color Keywords" href="http://www.w3.org/TR/css3-color/#html4" target="_blank"&gt;Basic Color Keywords des W3C&lt;/a&gt; sind mir jedoch recht geläufig. Außerdem neige ich dazu, Rosa, Altrosa, Pink und Lila namentlich zu unterscheiden. Dass ich zusätzlich noch mindestens das &lt;a title="Die Farbe des Gelbes" target="_self" href="http://xanthophobie.tumblr.com/post/9115224188/die-farbe-des-gelbes"&gt;Rapsgelb&lt;/a&gt; definitorisch drauf habe, ist berufsbedingt, also antrainiert.&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;Sind wir Männer also tatsächlich das farbschwache Geschlecht? Konzentrieren wir uns farbbegrifflich vielleicht nur auf das Wesentliche oder fehlt uns am Ende einfach die regelmäßige Lektüre von Vogue und Cosmopolitan?&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;Ich warte auf die nächste Infografik, die das näher beleuchtet.&lt;/p&gt;</description><link>http://xanthophobie.tumblr.com/post/9115324852</link><guid>http://xanthophobie.tumblr.com/post/9115324852</guid><pubDate>Sat, 19 Mar 2011 11:29:00 +0100</pubDate><category>Farben</category><category>Farbschwächen</category><category>Frauen</category><category>Männer</category></item><item><title>"Blaubeeren sind rot wenn sie noch grün sind."</title><description>“Blaubeeren sind rot wenn sie noch grün sind.”&lt;br/&gt;&lt;br/&gt; - &lt;em&gt;&lt;p&gt;&lt;span&gt;
&lt;p&gt;Volksmund&lt;/p&gt;
&lt;/span&gt;&lt;/p&gt;&lt;/em&gt;</description><link>http://xanthophobie.tumblr.com/post/9115306302</link><guid>http://xanthophobie.tumblr.com/post/9115306302</guid><pubDate>Wed, 16 Mar 2011 16:20:00 +0100</pubDate></item><item><title>Fruchtfarben</title><description>&lt;p&gt;&lt;span&gt;
&lt;p&gt;Früchte und Farben gehören untrennbar zusammen. So zumindest scheint es, denn Früchte sind bunt. Das macht sie nicht nur nützlich für die Pflanzen, an denen sie wachsen, sondern auch hübsch anzusehen. Doch obwohl die Farbe wohl eines ihrer hervorstechendsten Merkmale ist, tragen relativ wenige Früchte ihre Farbe im Namen, so wie die Blaubeere.&lt;/p&gt;
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&lt;p&gt;Stattdessen gehen ihre Bezeichnungen häufig auf Wuchs und Form, oder auf jene Orte zurück, von denen aus sie importiert worden sind. Zum Beispiel die Kirsche, benannt nach der lateinischen Bezeichnung Cerasus für Giresun in der heutigen Türkei, die Apfelsine als „Apfel aus China“ oder der Pfirsich als „Persischer Apfel“. Die Verwendung des Begriffs Apfel in diesen Beispielen deutet es bereits an: der Apfel war nicht immer dieses prototypische Obst, das wir heute mit dem Begriff bezeichnen. Der englische apple konnte noch bis ins Mittelalter farbunabhängig alles mögliche essbare meinen. Die altenglischen fingeræppla „Fingeräpfel“ bezeichneten Datteln, Gurken wurden eorþæppla „Erdäpfel“ genannt und der mittelenglische apple of paradise war bezeichnenderweise eine Banane. Im Österreichischen versteht man unter einem Paradiesapfel noch heute eine Tomate und unter einem Erdapfel eine Kartoffel. — Manche Benennungen, insbesondere jene nach dem Herkunftsort, erwecken tatsächlich den Eindruck, als seien sie Marketing-Gags der damaligen Händler.&lt;/p&gt;
&lt;p class="figure"&gt;&lt;img src="http://media.tumblr.com/tumblr_li246pgzYe1qzfjde.jpg" alt="Froot Loops"/&gt;&lt;span&gt;Froot Loops (Wikipedia, &lt;a href="http://simple.wikipedia.org/wiki/File:Froot_loops_in_a_bowl.jpg" target="_blank"&gt;Froot Loops in a Bowl&lt;/a&gt;)&lt;/span&gt;&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;Dass Farben bei der Benennung von Früchten tatsächlich nie eine große Rolle gespielt haben, ist andererseits nicht weiter verwunderlich. Schon bei einem Marktbesuch oder dem Blick auf die Gemüsetheke im Supermarkt wird offensichtlich, dass die Fruchtfarbenpalette zu einem großen Teil aus Grün- und Gelbtönen besteht, gefolgt von Rot und einem relativ geringen Teil dunkler Blautöne; und Farbnuancen verlässlich zu unterscheiden und zu beschreiben war noch nie eine Stärke unserer Sprache.&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;Umgekehrt halten Früchte in der Umgangssprache oft als Vergleich her, um Farbtöne zu beschreiben. Das Kirschrot, das Pflaumenblau oder das Zitronengelb sind geläufig. Modewelt und Kosmetikbranche nutzen noch weit mehr Früchte, auch exotischere, um ihre Saisonfarben werbewirksam zu bezeichnen, und sprechen beispielsweise von apricot, aubergine, lime oder brombeer. Während die Farben von Früchten also zur Spezifizierung von meist kräftigen, leuchtenden (eben fruchtigen) Farbnuancen taugen, reicht es für Grundfarben und damit Basisfarbbegriffe, wie rot oder blau, in aller Regel nicht.&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;Als Referenz für eine Basisfarbe herzuhalten, dazu hat es bis jetzt nur eine einzige Frucht gebracht — und diese gleich in vielen verschiedenen Sprachen in ganz Europa: die Orange.&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;Die Geschichte von Orange und orange ist keineswegs das linguistische Pendant zu Henne und Ei. Dass die Frucht der Farbe zuvor kam, ist kultur- und sprachgeschichtlich gut nachvollziehbar. Aber das wirft natürlich die Frage auf, wie frühere Generationen das Orange der Orangen beschreiben konnten, bevor sie den Farbnamen auf der Zunge hatten. Die Antwort darauf ist einfach: erst einmal gar nicht. Sie mussten es auch nicht, denn vor dem 15. Jahrhundert gab es in Europa noch keine Orangen in nennenswerter Menge. Erst im Mittelalter ist die Orange als Pomeranze in Deutschland angekommen. Die Bezeichnung ist aus dem mittellateinischen pomerancia oder pomerantium für „Goldapfel“ entlehnt. Später wurde sie als Orange sprachlich dann nochmals aus dem Französischen übernommen.&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;Der Name der Frucht wie auch die Frucht selbst kommen ursprünglich aus dem südöstlichen Asien. Dort hat man mit Sanskrit nāranga den Orangenbaum bezeichnet. Das heutige spanische naranja und auch das ungarische narancs erinnern an diese ursprüngliche Form. In anderen Sprachen ist das initiale n später verloren gegangen, wie in italienisch arancia und natürlich französisch orange.&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;Um Nuancen zwischen gelb und rot zu beschreiben, wusste man sich im alten England ganz pragmatisch mit ġeolurēad „gelbrot“ zu helfen. Im Deutschen tat man es ebenso, oder man bemühte mit altdeutsch kreß den Bezug zur Blüte der Kapuzinerkresse. Noch Goethe sprach von gelbroth und rothgelb in seiner Farbenlehre, weil die Verwendung von orange als Farbbezeichnung im 18. Jahrhundert immer noch nicht üblich war. Was wir heute als orange wahrnehmen, konnte damals noch als rot oder gelb bezeichnet werden. Daher sprechen wir auch vom Rotschopf und die Pomeranze war eben pomeranzengelb. Selbst in der Kunst- und Kulturgeschichte ist orange als eigenständige Farbe erst spät anerkannt worden. So soll Van Gogh der erste Maler gewesen sein, der orange ganz bewusst einsetzte.&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;Die Farbe der Orange hat sich in Kultur und Sprache als Grundfarbe etabliert, weil sie eine Nische besetzen konnte, eben die zwischen den beiden alteingesessenen Farben rot und gelb. Dass ihr Name dabei zum Farbbegriff wurde, wird ihrer Verbreitung und Beliebtheit zu verdanken sein. Es werden schon damals mehr Menschen eine Idee von der Orangenfarbe gehabt haben als von der Blütenfarbe der Kapuzinerkresse.&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;Da wirkt es direkt ein bisschen ironisch, dass ausgerechnet die Orange selbst nicht nach ihrem hervorstechendsten Merkmal benannt ist.&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;Fruchtig bibliografiert:&lt;/p&gt;
&lt;ul&gt;&lt;li&gt;Wikipedia: Orange, die Frucht. &lt;a href="http://de.wikipedia.org/wiki/Orange_(Frucht)" target="_blank"&gt;de.wikipedia.org/wiki/Orange_(Frucht)&lt;/a&gt;&lt;/li&gt;
&lt;li&gt;Wikipedia: Orange, die Farbe. &lt;a href="http://en.wikipedia.org/wiki/Orange_(colour)" target="_blank"&gt;en.wikipedia.org/wiki/Orange_(colour)&lt;/a&gt;&lt;/li&gt;
&lt;li&gt;Quinion, Michael. 2003. World Wide Words — Questions And Answers: Orange. &lt;a href="http://www.worldwidewords.org/qa/qa-ora1.htm" target="_blank"&gt;http://www.worldwidewords.org/qa/qa-ora1.htm&lt;/a&gt;&lt;/li&gt;
&lt;li&gt;Fruchtnamen-Etymologien in Grimms Wörterbuch und dem Oxford English Dictionary&lt;/li&gt;
&lt;/ul&gt;&lt;/span&gt;&lt;/p&gt;</description><link>http://xanthophobie.tumblr.com/post/9115293575</link><guid>http://xanthophobie.tumblr.com/post/9115293575</guid><pubDate>Mon, 14 Mar 2011 18:15:00 +0100</pubDate><category>Etymologie</category><category>Farbe</category><category>Früchte</category><category>Orange</category></item><item><title>In grauer Vorzeit</title><description>&lt;p&gt;&lt;span&gt;
&lt;p&gt;Sie waren unangefochten meine Lieblingstiere, als ich klein war; und noch heute komme ich an keiner Fernsehdokumentation vorbei, in der es um sie geht: Dinosaurier.&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;Die Faszination wurde durch einen alten Wälzer zur Naturgeschichte der Erde ausgelöst, DIE WELT IN DER WIR LEBEN (1956), in dem ich immer an den Wochenenden bei meinen Großeltern geblättert hab. Die Epoche der großen Reptilien hatte es mir besonders angetan.&lt;/p&gt;
&lt;!-- more --&gt;
&lt;p class="figure"&gt;&lt;img alt="Illustration aus DIE WELT IN DER WIR LEBEN (1956)" src="http://media.tumblr.com/tumblr_lh70apOgVv1qzfjde.jpg"/&gt;&lt;span&gt;Illustration aus DIE WELT IN DER WIR LEBEN (1956)&lt;/span&gt;&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;Auf den mehrseitigen, ausklappbaren Farbtafeln, vor dem Hintergrund rauchender Vulkane und inmitten satt grüner Urweltlandschaften, waren die riesigen Echsen mit ihren unaussprechlichen Namen und den unglaublichen Auswüchsen, Panzern und Hörnern an den verschiedensten Körperteilen kunstvoll in Szene gesetzt.&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;Trotz dieser sie umgebenden Pracht, waren die Dinos meiner Kindheit missgelaunt dreinschauende und wenig farbenfrohe Monster. Denn während die Künstler mit großer Phantasie und Einfallsreichtum die urzeitliche Fauna koloriert hatten, haben sie bei den Protagonisten selbst mit Pigmenten gespart. Die bunteren unter ihnen kamen in pastellenen Gelb- oder Brauntönen daher. Einige der im Wasser lebenden Ungeheuer konnten einfarbig meerfarbig mit blassem blau oder grün aufwarten. Alles in allem eine eher schmale Farbpalette.&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;Aber woher hätten die Paläontologen und Illustratoren auch ihre Inspiration haben sollen. Farben brauchen Beobachtung oder Phantasie. Allein von Knochenfunden kommt man nicht auf einen signalfarbig getigerten T-Rex oder tarngefleckten Brontosaurus — und selbst die erst vor kurzem gefundenen Hinweise auf Pigmente in Fossilien sind da kaum eine Hilfe. Es ist also nicht weiter verwunderlich, dass Sauriernamen keine Farbinformationen enthalten.&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;Dabei liebt die Natur Farben, und die meisten Lebewesen machen eifrig Gebrauch von ihnen — sei es zum Tarnen, Täuschen, Warnen oder Werben. Einige Spezies, wie Tintenfische und Mediengestalter, beherrschen sogar alle vier Disziplinen ganz ausgezeichnet.&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;Farben können als Attribute mindestens so charakteristisch sein wie Hörner, Stoßzähne oder lange Hälse. Vor allem dann, wenn keine Hörner, Stoßzähne oder langen Hälse davon ablenken. Rotkehlchen, Blauwahl, Grüne Mamba und Gelbrandkäfer sind nach ihren Farben benannt. Die Farben einiger Tiere sind sogar so charakteristisch, dass sie als Farbbegriffe in die Sprache eingegangen sind, wie Mausgrau, Rabenschwarz oder Kanariengelb. Froschgrün ist auch durchaus geläufig. Dass aber gerade Vögel gern aufgrund ihrer Farben benannt werden — wie Blaumeise, Graureier, Schwarzdrossel, Grünfink, Rotschnabel oder Goldfasan, um noch ein paar aufzuzählen —, hat einen ganz besonderen Charme, gelten sie doch als offizielle Nachfahren der Dinosaurier.&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;Es ist äußerst wahrscheinlich, dass auch die Dinos es schon ähnlich bunt getrieben haben wie die Vögel heute. So sind Illustratoren und Filmemacher mit den Jahren immer mutiger geworden und die phantasievoll kolorierten und wild gemusterten Dino-Darstellungen haben mittlerweile nur noch wenig gemein mit den grauen Riesen aus grauer Vorzeit in meiner Kindheit.&lt;/p&gt;
&lt;p class="figure"&gt;&lt;img alt="￼Illustration von Kyle Kummings (dailysaurus.tumblr.com)" src="http://media.tumblr.com/tumblr_lh70cz10fD1qzfjde.jpg"/&gt;&lt;span&gt;Illustration von Kyle Kummings (&lt;a href="http://dailysaurus.tumblr.com" target="_blank"&gt;dailysaurus.tumblr.com&lt;/a&gt;)&lt;/span&gt;&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;Mich würde wirklich interessieren, wie bunt die Dinos tatsächlich gewesen sind und wie sie wohl hießen, wenn man sie zu Lebzeiten gesehen und benannt hätte. Mit welchen Farben würden sie dann unseren Wortschatz bereichern?&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;Tyrannogelb?&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;Noch mehr farbige Dinos:&lt;/p&gt;
&lt;ul&gt;&lt;li&gt;National Geographic. Pictures: Evolution of Dinosaur Art. &lt;a href="http://news.nationalgeographic.com/news/2010/01/photogalleries/100127-feathered-dinosaurs-color-past-pigment-pictures/" target="_blank"&gt;http://news.nationalgeographic.com/news/2010/01/photogalleries/100127-feathered-dinosaurs-color-past-pigment-pictures/&lt;/a&gt;&lt;/li&gt;
&lt;li&gt;Spiegel Online Wissenschaft: Rotbraune Urzeitwesen. &lt;a href="http://www.spiegel.de/wissenschaft/natur/0,1518,674434,00.html" target="_blank"&gt;http://www.spiegel.de/wissenschaft/natur/0,1518,674434,00.html&lt;/a&gt;&lt;/li&gt;
&lt;/ul&gt;&lt;/span&gt;&lt;/p&gt;</description><link>http://xanthophobie.tumblr.com/post/9115274396</link><guid>http://xanthophobie.tumblr.com/post/9115274396</guid><pubDate>Sat, 26 Feb 2011 12:16:00 +0100</pubDate><category>Dinosaurier</category><category>Farben</category><category>Tiernamen</category></item><item><title>"Where yellow dives into red the ripples are orange."</title><description>“Where yellow dives into red the ripples are orange.”&lt;br/&gt;&lt;br/&gt; - &lt;em&gt;&lt;p&gt;&lt;span&gt;
&lt;p&gt;Derek Jarman, Chroma: A Book of Colour.&lt;/p&gt;
&lt;/span&gt;&lt;/p&gt;&lt;/em&gt;</description><link>http://xanthophobie.tumblr.com/post/9115247148</link><guid>http://xanthophobie.tumblr.com/post/9115247148</guid><pubDate>Thu, 17 Feb 2011 19:41:00 +0100</pubDate></item><item><title>Die Farbe des Gelbes</title><description>&lt;p&gt;&lt;span&gt;
&lt;p&gt;Farben haben von je her eine starke Symbolkraft. Sie sind selbst Zeichen. — Und wenn nicht, werden sie zu solchen gemacht. Vor allem zu Markenzeichen. Zum Beispiel gelb.&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;Einmal zum Markenzeichen geworden, ist die Farbe Spielball zwischen Rechtswissenschaft und Betriebswirtschaft. Ein nicht unproblematisches Duell. Weder für Farbe, Betrachter noch für sämtliche Beteiligte dazwischen. Dabei ist das Wesen der Farbe auch ohne Markenrecht und Marketing schon kompliziert genug.&lt;/p&gt;
&lt;!-- more --&gt;
&lt;p class="figure"&gt;&lt;img alt="The Queens of Persia at the feet of Alexander (googleartproject.com)" src="http://media.tumblr.com/tumblr_lh70kb4Chm1qzfjde.png"/&gt;&lt;span&gt;The Queens of Persia at the feet of Alexander (googleartproject.com)&lt;/span&gt;&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;Farben entstehen aus dem Zusammenspiel von Physik, Chemie und Kultur. Die Physik stellt uns die elektromagnetischen Wellen zur Verfügung und liefert noch weitere Gimmicks wie Brechung und Reflexion. Die Chemie übernimmt die Lichtwellen, sobald sie im Auge des Betrachters angekommen sind und begleitet sie von dort auf dem Weg durch die Nervenbahnen bis hin zum Gehirn. Dort mischt sich dann die Kultur in die Interpretation des Sinneseindruckes ein und macht den Lichtreiz zur Farbe. Denn ob der Kaffee vom Genießer als braun oder schwarz wahrgenommen wird, hängt nicht immer nur von der Menge der enthaltenen Milch ab, sondern kann eine ganz nationale Frage sein; oder sogar eine regionale, wie die Beispiele von Grün- und Braunkohl oder Rotkohl und Blaukraut eindrucksvoll zeigen. Farben sind Ansichtssache.&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;So viel Physik gepaart mit zudem fehleranfälliger Biochemie und kultureller Prägung führen zu einem sehr ungenauen Bild, das wir von Farben haben. Spricht also jemand von gelb und es hören fünfzig Leute zu, so kann man davon ausgehen, dass in ihren Köpfen fünfzig Vorstellungen von gelb hervorgerufen werden — und dass alle diese Vorstellungen voneinander verschieden sind. Schlimmer noch, die bewegte und bewegende Geschichte vieler Farbbegriffe zeigt, dass es sich um ein sehr launisches Vokabular handelt, das äußerst flexibel mit Bedeutungen umgeht. Hier zwei Beispiele, in denen gelb eine tragende Rolle spielt.&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;Das heute so geläufige blau meinte in seiner indo-europäischen Wurzel *bhlewos eigentlich „gelb“. Bei den Griechen ist es später als phalos zu fahlem „weiß“ verblasst. Selbst das althochdeutsche blāo bedeutete häufig noch „gelb“. Der Angelsachse musste sich später sein blue sogar von den Franzosen zurück-entlehnen, um wieder ein richtiges „blau“ benennen zu können.&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;Auch das heutige gelb hat eine bunte Geschichte, hat es doch ursprünglich, indo-europäisch *ghel/*ghol, gleichermaßen „gelb“ und „grün“ bezeichnet. Das althochdeutsche gelo verrät die Wortverwandtschaft zur Galle, die selbst zwei Farbstoffe enthält: einen gelben und einen grünen. Das wiederum erklärt, dass gelb die Farbe der Wut ist, bei der einem sprichwörtlich die Galle hoch kommt. Dass man wahlweise grün oder gelb vor Neid werden kann, macht die Geschichte ebenso plausibel.&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;Allgemein scheint gelb in der abendländischen Kulturgeschichte bis ins späte Mittelalter nicht gut weg zu kommen. Mit gelb werden vor allem negative Eigenschaften wie Neid, Gier und Eifersucht assoziiert. Den Christen war es die Farbe des Judas und der Ketzerei, und noch heute bekämpfen Waschmittel den schlimmen Gilb. Wie viel besser hat es das sonnige Gelb doch in anderen Kulturen der Welt gehabt, in denen es schon früh als göttliche Farbe sowie als Symbol des Lebens und der Macht angesehen wurde.&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;Derart unübersichtliche Ansammlungen von Konnotationen passen natürlich nicht ins Bild einer Marke. Ausufernde Semantik wird daher konsequent eingedämmt, um gelbes von gelbem zu unterscheiden — je nach dem, ob es sich um Strom, Säcke oder um Seiten handelt. Der verwendete Jargon, wie RAL 1021, #FFDC00 oder C0M10Y100K0, lässt zwar die blumigen Assoziationen eines sonnigen Rapsgelbs vermissen, will aber letztlich genau das beschreiben. Präzise, wasserdicht und vor allem technisch reproduzierbar. Ein Name wird für die Farbe nicht mehr benötigt. Die Farbe ist nicht mehr Sinnesreiz und Bedeutung eines Begriffs, sondern sie wird selbst zum Begriff für eine Marke — und so werden die Seiten zur Farbe des Gelbes, oder der Strom, oder der Sack.&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;Wenn alles gut geht, haben mit dieser Strategie die bereits oben erwähnten fünfzig Leute am Ende vielleicht immer noch zwanzig unterschiedliche Vorstellungen des Farbtons, aber immerhin vierzig identische Vorstellungen der Marke. — Coca Cola hat das für rot erfolgreich vorgemacht.&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;Wie sich derartige Fälle auf Kultur und Sprache auswirken, wird sich zeigen. Vielleicht haben Coca Cola Rot und Gelbe Seiten Gelb das Zeug zu einem festen Platz im Wortschatz der Kultur- und Kunstgeschichte, wie Bordeauxrot und Rapsgelb. Es dürfte in jedem Fall spannend bleiben, denn Farbbegriffe haben einen langen Atem — und sie sind flexibel.&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;Bunt bibliographiert:&lt;/p&gt;
&lt;ul&gt;&lt;li&gt;Jarman, Derek. 1994. Chroma: A Book of Colour — June ’93. London: Century.&lt;/li&gt;
&lt;li&gt;Quinion, Michael. 1996. The Colour of Words. &lt;a href="http://www.worldwidewords.org/articles/colour.htm" target="_blank"&gt;http://www.worldwidewords.org/articles/colour.htm&lt;/a&gt;&lt;/li&gt;
&lt;li&gt;Pigments through the Ages: &lt;a href="http://www.webexhibits.org/pigments/intro/yellows.html" target="_blank"&gt;http://www.webexhibits.org/pigments/intro/yellows.html&lt;/a&gt;&lt;/li&gt;
&lt;li&gt;Wikipedia: &lt;a href="http://de.wikipedia.org/wiki/Gelb" target="_blank"&gt;http://de.wikipedia.org/wiki/Gelb&lt;/a&gt;&lt;/li&gt;
&lt;/ul&gt;&lt;/span&gt;&lt;/p&gt;</description><link>http://xanthophobie.tumblr.com/post/9115224188</link><guid>http://xanthophobie.tumblr.com/post/9115224188</guid><pubDate>Thu, 10 Feb 2011 07:55:00 +0100</pubDate><category>Etymologie</category><category>FFDC00</category><category>Farbe</category><category>Gelb</category><category>Marke</category></item><item><title>Ein Herz für Farben</title><description>&lt;p&gt;&lt;span&gt;
&lt;p&gt;Farben umgeben uns und wir umgeben uns mit ihnen. Sie signalisieren, sie zieren, sie unterstreichen; sie sind überall, wo Licht ist.&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;Aber nicht jede Farbe hat das Glück, an einen stilvollen Zeitgenossen oder einen Künstler zu geraten. Viele Farben erdulden schlimme Schicksale in den Händen von Farbenblinden, untalentierten Modemachern, geschmacklosen Zeitgenossen oder Marketingexperten.&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;Zeig mir wie Du Deine Farben behandelst und ich sage Dir wer Du bist. — Misshandelte Farben gehen uns alle an. Hier haben sie ein Forum.&lt;/p&gt;
&lt;/span&gt;&lt;/p&gt;</description><link>http://xanthophobie.tumblr.com/post/9115184431</link><guid>http://xanthophobie.tumblr.com/post/9115184431</guid><pubDate>Thu, 10 Feb 2011 07:47:00 +0100</pubDate><category>Farben</category><category>Farbschutz</category><category>Marketing</category><category>Mode</category><category>Stil</category></item></channel></rss>
